Schlegel und Partner nahm im April am 1. China-Forum der IHK Karlsruhe in Baden-Baden teil. Die Veranstaltung bot eine Plattform für führende Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Industrie, Politik und internationalem Handel, um Erkenntnisse zu teilen, Erfahrungen auszutauschen und praxisnahe Strategien für das Geschäft in und mit China zu diskutieren. Das Programm umfasste Keynotes, Fachvorträge, Deep Dives und Workshops sowie vielfältige Möglichkeiten zur Vernetzung mit China-Spezialisten und Industrievertretern.
Im Mittelpunkt des China Forum 2026 stand die Frage, wie der Dialog in geopolitisch herausfordernden Zeiten aufrechterhalten werden kann. Ebenso wichtig war die Bereitschaft, voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Der chinesische Generalkonsul betonte in seiner Eröffnungsrede, dass Deutschland und China einander nicht primär als Wettbewerber, sondern als Partner mit komplementären Stärken betrachten sollten. Der starke deutsche Mittelstand, kombiniert mit Chinas Innovationsdynamik, eröffnet vielfältige Marktchancen. Ein von ihm zitiertes chinesisches Sprichwort bringt dies auf den Punkt: „Nicht eine einzelne Blume bringt den Frühling, sondern die Vielfalt der Blumen.“
Auch der Leiter der Wirtschafts- und Handelsabteilung des chinesischen Generalkonsulats nutzte eine anschauliche Metapher und bezeichnete China als „Fitnessstudio“ für deutsche Unternehmen – einen Ort, an dem sie ihre Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft trainieren und langfristig gestärkt hervorgehen können.
Aus Beratungsperspektive bestätigt sich dieses Bild: China bleibt ein anspruchsvoller, zugleich chancenreicher Markt. Transparentere regulatorische Rahmenbedingungen, eine starke industrielle Basis, erhebliches Marktpotenzial und hohe Innovationskraft schaffen weiterhin attraktive Möglichkeiten für deutsche Unternehmen. Gleichzeitig entwickelt sich China zunehmend vom reinen Absatzmarkt hin zu einem strategischen Partner und Innovationsstandort.
Die Diskussion um den aktuellen Fünfjahresplan verdeutlichte, dass China heute weniger zentral gesteuert und stärker strategisch ausgerichtet ist. Im Fokus stehen technologische Eigenständigkeit, industrielle Modernisierung, die Stärkung der Binnennachfrage sowie die grüne Transformation. Für deutsche Unternehmen bedeutet dies, dass lokales Marktverständnis, technologische Kompetenz und starke Partnerschaften vor Ort entscheidend sind. Chancen ergeben sich unter anderem in der Modernisierung der Landwirtschaft und der Weiterentwicklung industrieller Wertschöpfungsketten.
Trotz globaler Spannungen bleibt China ein Schlüsselmarkt. Diplomatische Kanäle wurden wieder geöffnet, und die Handelsströme zeigen sich weiterhin robust, was Unternehmen ein gewisses Maß an Stabilität bietet – eine Einschätzung, die auch von den Forumsteilnehmern geteilt wurde.
Während Politik und Medien in Deutschland China weiterhin kritisch gegenüberstehen und teilweise eine Entkopplung fordern, zeigen sich deutsche Unternehmen vor Ort überwiegend optimistisch. Erfolgreiche deutsche Firmen in China agieren schneller, sind stärker lokal verankert und bauen ihr Marktverständnis kontinuierlich aus – in einer zunehmend wechselseitigen Beziehung, in der deutsche Unternehmen verstärkt auch von China lernen.
Auch wenn „China-Bashing“ in Deutschland weiterhin verbreitet ist, stellte das China Forum Zusammenarbeit und gegenseitiges Lernen als zentrale Elemente der künftigen Beziehungen heraus. Gleichzeitig bleiben strukturelle Ungleichgewichte, regulatorische Unterschiede, Fragen der wirtschaftlichen Sicherheit sowie Wettbewerbsverzerrungen durch Subventionen zentrale Herausforderungen für die deutsch-chinesischen Beziehungen im Jahr 2026.
Unser Fazit: Deutschland und China bleiben wirtschaftlich eng miteinander verflochten. Der Erfolg hängt von einem pragmatischen, langfristigen Ansatz sowie einem fundierten Verständnis der lokalen Märkte in China ab. Deutsche Unternehmen sollten offen für Kooperationen bleiben – bei gleichzeitig klarem Blick auf Risiken, regulatorische Anforderungen und strategische Abhängigkeiten. Netzwerke, Wissensaustausch und fundierte Beratung sind dabei entscheidende Erfolgsfaktoren.
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