SuP war letzte Woche einige Tage auf der Battery Show Europe in Stuttgart und hat dort mit Ingenieuren, Projektentwicklern und Systemintegratoren aus der gesamten Wertschöpfungskette der Energiespeicherung gesprochen. Die Technologie sah noch nie besser aus. Die Frustration war selten größer.
Das beherrschende Thema war nicht die Chemie oder die Kosten – es war das Stromnetz.
In fast jedem Gespräch tauchte derselbe Engpass auf: Die Anbindung von Batteriespeichersystemen an das Stromnetz in Deutschland ist ein bürokratischer Albtraum ohne garantierten Zeitplan. Entwickler reichen Anträge ein und warten dann einfach – manchmal fünf, manchmal sieben Jahre –, ohne Gewissheit darüber, wann oder ob ihre Systeme genehmigt werden. Die technischen Voraussetzungen sind oft gegeben. Die Lastprofile sind bekannt. Der Bedarf ist real. Dennoch zögern die Netzbetreiber, und dieses Zögern führt direkt dazu, dass Projekte nicht vorankommen.
Was am meisten auffiel: Dies ist ein eindeutig deutsches Problem. Vergleichbare Märkte wie Italien und Spanien kommen schneller voran, mit klareren Prozessen und besser vorhersehbaren Ergebnissen. Deutschland ist zwar Europas größter Markt für erneuerbare Energien, aber paradoxerweise einer der Orte, an denen es am schwierigsten ist, Speicher tatsächlich in großem Maßstab einzusetzen. Das Spannungsdreieck zwischen Übertragungsnetzbetreibern (TSOs), Verteilernetzbetreibern (DSOs) und Projektentwicklern bleibt ungelöst – und der ehrliche Konsens unter den Teilnehmern war, dass nur ein politisches Eingreifen diesen Stillstand auflösen kann.
Abgesehen von der Netzdebatte war die Stimmung eher pragmatisch. Die Lieferketten sind bekannt, und die meisten Integratoren haben sich entsprechend angepasst. Der Fokus verlagert sich zunehmend auf die Verringerung der Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten auf Komponenten- und Batteriepackebene. Sicherheit – insbesondere der Brandschutz bei Großanlagen – gewinnt mit zunehmender Systemgröße als technische Priorität immer mehr an Bedeutung.
Eines der zukunftsorientierteren Gespräche drehte sich um das Thema „Second Life“ von Batterien: die Umnutzung ausgedienter E-Auto-Batterien für stationäre Speicherzwecke. Da die Verbreitung von Elektrofahrzeugen in ganz Europa zunimmt, wächst die Zahl der ausgedienten Batteriepacks, und die Industrie beginnt, dieses Thema ernst zu nehmen. Dies wird sowohl als Chance für die Kreislaufwirtschaft gesehen als auch als Möglichkeit, die Lebensdauer von Batterien durch Second-Life-Anwendungen zu verlängern und gleichzeitig die Abhängigkeit von der Beschaffung von Primärzellen zu verringern.
Die Technologie ist bereit. Die Nachfrage ist vorhanden. Der verbleibende Engpass hängt größtenteils mit politischen Rahmenbedingungen, regulatorischen Vorgaben und Marktbedingungen zusammen, die für eine breite Einführung erforderlich sind.
Wir würden uns sehr über Ihre Meinung freuen und teilen Ihnen gerne unsere Sichtweise näher mit – zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren.
Udita Chauhan
+49 6201 9915 69
Udita.Chauhan@SchlegelundPartner.de
© Schlegel und Partner 2026
